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Mit der Tragödie „Dom Karlos“ setzt das Theater einen Glanzpunkt der Spielzeit. Ein opulentes Drei-Stunden-Stück mit einem überragenden Hauptdarsteller und einer sehenswerten Bühnenausstattung.

Beverly Blankenship stellt ihre Protagonisten auf schwarz-weißes Schachbrettmuster ind schwarz-weiße Schubkastenwände in einem fantastischen Bühnenbild von Helge Ullmann. Eine einfach erscheinende aber effektvoll-komplex gestaltete Szenerie. Schwarz-weiß auch die Zeichnung der Charaktere: die holden Hofdamen nebst Königin und Kind in weiß, König samt Gefolgschaft in schwarz. Karlos, des Königs Sohn in schwarzer Hose und weißem Shirt, Dazwischen ist dieser Karlos, den Benjamin Krüger meisterhaft verkörpert, und das nicht nur farblich.

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Dom Karlos ist ein Meisterwerk des Meininger Theaters in dieser Schillerspielzeit. Langer, begeisterter Beifall, vereinzelte Bravos für Benjamin Krüger und Hans-Joachim Rodewald.


Stefan Kritzer, Rhön- und Saalepost, 24.02.2009

In der klugen und detailreich differenzierten Personenführung beeindrucken die durchweg intensiven darstellerischen Leistungen. Das gilt zunächst für Benjamin Krüger in der Titelrolle, der den Zwiespalt zwischen der Liebe zu seiner (ihm zuvor als Gattin zugedachten) Stiefmutter Elisabeth und politischer Raison glaubhaft zum Ausdruck bringt. Sein Dom Karlos ist innerlich buchstäblich zerrissen – auch in seiner Haltung dem fast unnahbaren Vater gegenüber, den er hasst und fürchtet, von dem er aber dennoch Liebe erhofft. Seine Szenen mit dem fremd bleibenden Vater und Nebenbuhler geraten zu den ausdrucksintensivsten Momenten dieser Inszenierung.


Jochen Berger, Coburger Tageblatt, 23. Februar 2009

Blankenship setzt auf die Kunst der Schauspieler, die ihrerseits die Gunst der Stunde vorzüglich zu nutzen wissen. (...) Benjamin Krüger macht den Karlos tatsächlich zum „sonderbaren Schwärmer“ wie auch zum großen Versager, überschwänglich verliebt in die junge Königin, unendlich naiv, selbstbezogen und zugleich sympathisch; ein Sohn, der Liebe nie erfuhr und am Ende seine politische Mission im Liebesschmerz missachtet.


Wofgang Wicht, Thüringer Allgemeine, 25. Februar 2009

Die verschworene Gemeinschaft um Regisseurin Beverly Blankenship hat die Botschaft wohl verstanden. Es geht nicht um Proklamation von Wahrheiten, es geht um die glaubwürdige Interpretation von Persönlichkeiten. In der Tat werden die Geschöpfe, die einst in Bauerbach auf dem Papier entstanden, lebendig, dank empathischer Darsteller wie Hans-Joachim Rodewald oder Evelyn Fuchs oder Benjamin Krüger oder Eva Kammigan. Sie mimen ihre inneren Zerrissenheiten sehr überzeugend.


Siggi Seuss, Neue Presse Coburg, 23. Februar 2009

Dom Karlos