Presse

Nathan der Weise

Zwischen allen Gravitationszentren hin- und hergerissen ist der junge Tempelherr, verliebt in eines Juden Tochter, die eigentlich eine Christin ist, selbst Sohne eines Muslimen, begnadigt von seinem größten militärischen Feind, dem Sultan Saladin. Benjamin Krüger spielte ihn nicht als den Wirrkopf, als der er manchmal erscheint, vielmehr als Leidenden, der zwar sein Christentum verteidigt, dem jedoch in seinem tiefsten Wesen noch weit mehr an einer menschlichen Anständigkeit ohne Ansehen der Religionszugehörigkeit gelegen ist, was ihn dem Patriarchen entfremdet und zum Juden Nathan und Muslimen Saladin hinzieht. So gerät er in dieser Inszenierung zum Hoffnungsträger, rückt ins Zentrum, vertritt Lessings Auffassung von der unantastbaren Würde jedes Menschen, ungeachtet seiner Religionszugehörigkeit.


Gerhild Ahnert, SAALE ZEITUNG, 12.02.08

Der erschütterndste Moment der Geschichte und der Inszenierung ist der Auftritt des jungen Tempelherrn (Benjamin Krüger) vor dem Patriarchen. Der Machthaber oben, der Fragende, einem Häuflein Elend gleich, unter ihm, und des Patriarchen unbeugsame Worte wie in Stein gemeißelt: “TUT NICHTS. DER JUDE WIRD VERBRANNT.”


Siggi Seuß, MAINPOST, 12. Februar 2008


[...] Das alles kommt aber erst heraus, nachdem ein ritterlicher Soldat (fabelhaft: Benjamin Krüger) Recha aus einem brennenden Haus rettet. Er erfährt, etwas verliebt in das hübsche Ding, von deren Gesellschafterin (Marianne Thielmann) das Geheimnis, das Nathan jahrelang tunlichst unter den Teppich gekehrt hatte.

Eine Meisterleistung der Schauspieler. [...]


Stefan Kritzer, RHÖN- UND SAALEPOST, 12.02.08